2021, Blog, Kenya

Kenya: Matatus, digitale Zahlung und Covid19

Die kenianische Regierung hat am 16. Juni letzten Jahres die Matatu-Betreiber aufgefordert, an einer bargeldlosen Transferplattform zu arbeiten, um den physischen Bargeldtransfer zwischen Fahrgästen und Matatu-Betreibern abzuschaffen.

Dies geschah vor dem Hintergrund von Covid-19 und dem Versuch die Ausbreitung durch den Umgang mit Geld und den physischen Austausch von Geld zu minimieren. Zur Erinnerung: Matatus sind kleine private Transporter, die in der Regel unsachgemäßg umgebaut wurden, um viele Menschen transportieren zu können. Brennt so ein Gefährt können die Fahrgäste in der Regel nicht entkommen.

Technologieunternehmen wurden aufgefordert sich an der lukrativen Ausschreibung zu beteiligen, was bedeuten würde, dass die über 200.000 Matatu-Betreiber im Land per Gesetz gezwungen wären, die Plattform zu nutzen. Eine solche Plattform würde auch die Möglichkeit der Kontaktverfolgung bieten. Gleichzeitig würde die Kontaktverfolgung jedoch auch Bewegungsprofile der Bevölkerung erlauben. In einem von Korruption getroffenen Land ist so eine Plattform eine enorme Abwägung. Neben dem fehlenden Datenschutz, ist jedoch auch die Bekämpfung von Steuerhinterziehung und das Wegbrechen des illegalen Wegezolls durch Polizeimitarbeiter wünschenswert. Auch Einfluss auf die Preisgestaltung ist sinnvoll.

Die Matatu-Betreiber haben sich seit Jahren gegen eine solche Plattform zur Wehr gesetzt. Bereits 2014 wurde eine solche Idee angesprochen. Man möchte fast sagen, dass Dank Covid19 ein Zurück nicht mehr möglich ist. Die Ausschreibung ist beendet und 29 Unternehmen werden die Entwicklung einer Bezahlanwendung durchführen. Neben Safaricom mit der mobilen Bezahlfunktion Mpesa sind Craft Silicon, JamboPay, Cellulant, KCB und NCBA ebenfalls Kandidaten für eine schnelle Umsetzung.

 

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