2020, Blog

Corona: Optionen

Hattet Ihr auch gebucht? So einen Flug? Vor Corona? Bei der Lufthansa? Tja, dann hab Ihr – wenn Ihr auch da gebucht habt, wo ich gebucht habe – einige Tage vor dem Flug – so wie ich – alle Optionen auf dem Tisch.

Wie immer wollten wir nach Afrika. Kenia, genauer. Schöne ausgedehnte 7 Wochen. Sonne, Entspannung, frisches Obst – also wirklich frisches Obst – richtig frische Milch von den Kühen, tagesfrische Eier. Und selten verregnete Tage. Ich wollte mit Fred auf einem Grundstück eine halbe Stunde vom Viktoriasee entfernt 1.000 bis 2.000 Bäume pflanzen. Circa 60 Kilometer vom indischen Ozean entfernt, wollte ich auf einem Hektar Land einen Wald anpflanzen. Die ersten Bäume in der Nähe vom Viktoriasee lassen wir jetzt dennoch pflanzen, ohne dass wir dabei sind. Das andere hole ich später nach. Ich bin aber enttäuscht. dass das nicht geklappt hat.

Bedauerlicherweise, Ihr habt davon gelesen, kam Corona. Und alles kam zum Erliegen. Nach Kenia kommt man rein. Erstmal 14 Tage Quarantäne, 50 Dollar pro Tag, pro Person. Und dann musst Du in Nairobi bleiben, weil niemand die Stadt verlassen darf. Und ob Du aus Kenia kommend wieder nach Deutschland rein darfst, steht auch auf einem anderen Blatt.

Die meisten Flüge werden von der Lufthansa abgesagt. Unser wahrscheinlich auch.

Ich habe bereits die Info bekommen, dass es so sein kann. Und natürlich hat die Lufthansa mir zwei Optionen über den Buchungspartner mitteilen lassen:

1. Die Gutscheinlösung.

Das ist die Lösung, die nicht aufgezwungen werden kann, weil sie gegen EU-Recht verstößt. Die Gutscheinlösung ist aber für uns auch ziemlich unsicher. Einmal werden die Flüge wahrscheinlich teurer werden im nächsten Jahr und ob wirklich wieder Normalität herrscht, ist eher ungewiss.

Wir rechnen damit, dass Afrikareisen die nächsten zwei vielleicht sogar drei Jahre mit Warnungen versehen sein werden. Das bedeutet eigenverantwortlich jedes Risiko tragen. Sollte je ein Impfstoff bereitstehen, können wir davon ausgehen, dass afrikanische Staaten eher die letzten Nutznießer sein werden.

Diese Unsicherheit lässt den Gutschein deshalb nicht als Option übrig. Ich möchte aber anfügen, dass wir für Sommer 2021 tatsächlich bereits buchen und die Sommerferien verplanen könnten. Wir müssten noch bis August warten wegen den genauen Ferienzeiten, aber gehen würde das. Teurer, aber geht. Ist es das Risiko wert?

 

Die zweite Option die mir angeboten wurde ist:

2. Meinen Fall abschließen, weil mir bereits geholfen wurde.

Wirklich. Wähle zwischen Gutschein oder sage uns, dass Du keine Hilfe mehr benötigst. Sensationell. Wäre das ein Film, hätte ich gelacht. Selbst wenn ich Lust hätte die Gutscheinoption zu nehmen, weiß ich nicht, ob ich Wochen nachdem klar ist, dass ein solches Vorgehen rechtswidrig und vor allem frech ist, noch Lust hätte einen Lufthansa-Gutschein zu nehmen. Geld zurück und eine Buchung bei einem anderen Unternehmen klingen für mich attraktiver.

 

Mit so einem Vorgehen – unabhängig von den wirtschaftlichen Problemen, für die ich Verständnis habe – bin ich nicht einverstanden. Warum können Unternehmen nicht einfach ehrlich sein? Wir haben Krise, Zahlungsprobleme, jeder Kunde soll bei Absage des Fluges sein Geld zurück bekommen, es wird aber dauern, wir arbeiten an einer Lösung und für den Fall, dass Sie es sich vorstellen können, haben wir hier eine Gutscheinlösung erarbeitet.

Warum müssen Konzerne genau wie Menschen manchmal einfach rumtricksen, damit man nicht merkt, was für ein Blender vor einem steht?

 

Sollte der Flug aus irgendeinem Grund nicht gestrichen werden, wird nur die Gutscheinlösung bleiben. Ein Strohhalm eben.

 

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