2020, Blog, Kenya

Corona in Kenya

COVID-19, besser bekannt als Coronavirus, ist eine weltweite Pandemie, die die ganze Welt betrifft und überall Todesangst und -furcht auslöst. In Kenya ist es nicht anders.


Am 13. März 2020 wurde der erste positive Fall in Kenia gemeldet. Zwar hat die betroffene Person später gesagt, dass sie eigentlich gar nicht infiziert gewesen ist und die Regierung nur die Milliarden Dollar der Weltgemeinschaft einsammeln wollte, aber den Virus hat dieser Fall trotzdem nicht aufgehalten. Am 5. April 2020 wurde die Zahl der registrierten Infektionen in Kenia auf 149 bestätigt. Im Vergleich zu anderen Staaten sehr gering. Wir sollten uns hier jedoch nicht zu sicher sein. Auch Kenya ist ein Drehkreuz für viele Geschäftsreisende aus dem arabischen und asiatischen Raum.

Die meisten Corona-Fälle in Kenya sind auf Reiseaktivitäten zurückzuführen. Die freie Welt hat uns mal wieder mit einer Plage beglückt.

Für uns gibt es drei Möglichkeiten.

  1. Weil Afrika bereits von vielen Seuchen und Viren betroffen war, kommen wir gut damit klar und werden kaum Auswirkungen spüren.
  2. Wir stehen erst am Anfang.
  3. Wir sind bereits hart getroffen, aber wissen es aufgrund fehlender Kapazitäten nicht.

Seit Mitte März ist das Leben auf den Straßen Kenias nicht mehr normal gewesen. Unsere Regierung hat konsequent gehandelt. Ob das richtig oder falsch war, wird die Zukunft zeigen. Insbesondere die Hauptstadt Nairobi mit der größten Bevölkerung hat es am stärksten getroffen.

Bereits kurz nach den ersten Fällen wurden Desinfektionsmittel seltener und teurer. Ich konnte mich beruflich ebenfalls kurz verändern. Ich bin in den Handel vor Ort eingestiegen und habe Geschäfte und andere Händler versorgt.

Schulen sind geschlossen, Flugverbote, im vorhandenen öffentlichen Nahverkehr dürfen pro Fahrzeug nur noch halb so viele Menschen reisen, Händewaschen und Desinfektion sind Pflicht. Masken sollen ebenfalls getragen werden. Jeder Kenianer, der ins Land einreist, muss sich 14 Tage isolieren. Eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 19:00 Uhr und 05:00 Uhr zwingt uns sehr viel ab. Verstöße werden bei uns drastisch bestraft. Plus Korruptionsaufschlag. Es sind keine Versammlungen, Kirchen- oder Moschee-Besuche erlaubt, auch indische Tempel mussten schließen.

Angesichts der Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Unternehmen können wir nur auf ein Ende dieser Pandemie hoffen. Zwar unterstützen die meisten Leute die Maßnahmen, einige würden sogar noch weiter gehen, aber wir freuen uns noch mehr, wenn die Krise vorbei ist. Wir hoffen sehr stark, dass unsere Armenviertel und Slums nicht zu einem Hotspot werden. Dann wäre nicht nur in Kenya die Hölle los.

 

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