2020, Blog, Kenya

Corona in Kenya, Teil II

Die Auswirkungen von covid-19 in Kenia sind für die Wirtschaft und die Unternehmen so gravierend, dass internetbasierte Tätigkeiten sich schneller entwickelt haben, als vorhergesagt. Technologieunternehmen verbringen schlaflose Nächte, um Apps und Software zu entwickeln, die helfen sollen das entstandene Vakuum zu überbrücken. Ein Vakuum, dass wie in anderen Staaten dadurch gekennzeichnet ist, dass Schüler und Studenten nun daheim sind, Angestellte den Büros fernbleiben oder Firmen mit stark reduziertem Personal arbeiten müssen, oder dass Kirchen, Tempel und Moscheen vorübergehend geschlossen werden.


Als Folge der Auswirkungen unterzeichnete Google eine Partnerschaft mit Telkom Kenya und gemeinsam erhielten sie die Genehmigung der kenianischen Kommunikationsbehörde (CAK), ihre Internet-Ballons im kenianischen Luftraum zu starten, um in den entlegenen Gebieten 4G-Internet bereit zu stellen. So soll das Arbeiten von zu Hause aus erleichtert werden. Die Google Loons sind bereits gestartet und sollen die Internet-Konnektivität vor allem in unseren abgelegenen Gebieten und in den ländlichen Haushalten verbessern.

In den Schulen müssen sich Lehrer und Lernende über Messenger-Gruppen Klassenaufgaben teilen, damit wenig oder gar kein zeitlicher Verlust am Lernstoff entsteht, da die Schulen ebenfalls auf unbestimmte Zeit geschlossen sind. Unbestimmt bedeutet bis die Covid-19-Pandemie vorbei ist. Die jetzigen Zustände sind jedoch ein Weckruf an die Regierung gewesen, die Entwicklung und Einführung eines wirksamen, funktionierenden E-Learning-Systems im Bildungssystem für alle unsere Lernenden zu beschleunigen. Keine Region soll ausgelassen werden. Google Loons wird seinen Anteil dazu beitragen.

Andere ISPs (Internet Service Provider) haben spezielle Angebotspakete für neue und bestehende Kunden eingeführt, um die Verbindungsmöglichkeiten aufrechtzuerhalten oder auszubauen. Preissenkungen und Tarifveränderungen wurden durchgesetzt.

Kirchen und andere religiöse Organisationen sind gezwungen sich für Live-Kirchenmessen an soziale Medien zu wenden. Mit Hilfe von Facebook, Twitter und Instagram bieten viele dieser Einrichtungen am Sonntag Live-Ereignisse an.

Regierungsangestellte im Alter von 50 Jahren und darüber sind gezwungen, bezahlten Urlaub zu nehmen. Das übrige Personal, das keine entscheidenden Bereiche betreut, wurde gebeten sich von den Büros fernzuhalten. Die Dienste des Staates sind dadurch etwas eingeschränkt, aber es läuft noch. Alle weiteren Bediensteten dürfen nur noch die Hälfte der Arbeitszeit im Büro verbringen oder müssen von zuhause arbeiten.

Die Technologie muss die Lücke schließen, die nun entstanden ist. Aber es muss noch mehr getan werden. Besonders in Kenia brauchen wir fortschrittliche, ernsthaft fälschungssichere technologische Plattformen, die die Regierungsinstitutionen unterstützen. Die Slogans #stayhome oder #workfromhome soll auch hier dauerhaft Wirklichkeit werden. Momentan stolpern wir noch, aber wir sind auf dem Weg uns zu fangen.

 

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