2020, Blog

Corona: Die Last der Verantwortung

Wer ist nur so doof in dieser Zeit regieren zu wollen oder zu müssen? Corona verlangt allen etwas ab. Entweder man ist diszipliniert oder kann es nicht mehr ertragen. Man kann auch diszipliniert sein und wissen es dennoch ertragen zu müssen. Schwierig. Aber was ist der richtige Weg?

Am Anfang des Jahres war die Angst und Vorsicht groß. Es führte zu einem kleinen Shutdown in Deutschland mit großen wirtschaftlichen Auswirkungen. Wir haben erlebt, dass der Markt ein Weichei ist, der weder krisenfest noch vorbereitet war. Fuck Capitalism! Der Steuerzahler richtet es schon. Und die größten Kapitalisten gehören nicht zu diesen Steuerzahlern.

Wir haben erlebt, dass unser Bildungssystem nicht vorbereitet war, um auch mal zwei oder drei Monate anders zu lehren. Bedauerlicherweise wird das in der Mehrheit der Schulen auch so bleiben. Die sogenannte Digitalisierung der Schulen ist nur eine Floskel, reiner Aktivismus, da das System anders funktioniert. Schalter umlegen geht nicht. Aber so lange durch in der Presse genannte Geldsummen und gekaufte Geräte der Eindruck entsteht, dass da was passiert, ist die Masse beruhigt. Der Nutzen von W-LAN in der Schule ist wohl eher auf die Bedürfnisse der Heranwachsenden ausgerichtet ohne soziale Netzwerke nicht mehr leben zu können. Für Teenager verlagert sich die Aufklärung ja auch mehr auf den Pornokonsum als auf Gespräche im Elternhaus. Jugendschutzfilter kennt kaum jemand und Eltern prüfen auch nicht was auf den Geräten der Kinder so passiert. Seit 20 Jahren wurde hier alles verpennt.

Die Zahlen gehen nach oben. Die Infektionszahlen. Wie schlimm nun welche Zahl ist, darüber wird immer noch diskutiert. Was ist entscheidend? Testzahlen, Infektionen, belegte Beatmungsplätze? Keine Ahnung! Ich bin kein Virologe. Also Kommunalpolitiker bin ich aber angewiesen darauf, dass Fachleute mir einen Rat geben, um eine richtige Entscheidung zu treffen. Das zieht sich dann auf alle Ebenen nach oben durch und auch wieder zurück. Im Kreistag hatte sich bei uns letztens der AfD-Fraktionsvorsitzende geoutet. Er meinte, dass er sich durch Lesen und Videos gut in die Virenmaterie eingearbeitet habe. Pech nur, dass Politiker wahrlich keine Entscheidung auf Grundlagen von Youtube-Videos fällen sollten oder Hobbyvirologen das Ruder übernehmen dürfen. Der Gärtner eines Atomkraftwerkes kann bei einem Supergau auch wenig ausrichten. Sonst wäre Attila Hildmann längst oberster Berater der Kanzlerin und Teil der neuen Weltordnung von Echsenmenschen und der bevorstehenden Fake-Alieninvasion der USA, die in den letzten Wochen mal Thema im Hildmann-Telegram-Verblödungskanal war.

Keiner möchte mehr einen Shutdown. Auch keinen kleinen. Die schwache Marktwirtschaft würde das nicht überleben. Niemand möchte weiter eingeschränkt werden in seiner Bewegung. Als politisch aktiver Mensch sind mir die Einschränkungen für politische Veranstaltungen ein Dorn im Auge. Vor allem mit Blick auf das kommende Wahljahr. Sollte der Winter gut überstanden werden, halte ich es für unmöglich mit Ausnahme von Hygienemaßnahmen (Händewaschen, Desinfektionsmittel etc., freiwillige Maske) Einschränkungen aufrecht zu erhalten. Das auch aus ganz politisch egoistischen Gründen. Im Bundestagswahlkampf möchte ich nicht erleben, dass sich die politischen Versager aus Union und SPD keiner Diskussion stellen müssen. Zuzutrauen ist ihnen das aus Angst vor noch mehr Ansehensverlust durchaus. Sollten sie es dennoch weiter treiben wollen, wird sich auf jeder Oppositionsseite der Wind drehen was den Umgang mit Corona betrifft. Nur eine kleine Voraussage. Pech für den, der gerade regiert. aber da steckt ja auch eine Chance drin den Stillstand endlich loszuwerden.

Was wäre, wenn wir jetzt einfach alle Maßnahmen beerdigen? So tun als wäre Corona nicht da? Wenn alles gut geht, würden wir rückblickend den Kopf schütteln und vielleicht mehrheitlich sagen: „Sicher, war sicher“. Wenn es schief geht und die Leichen sich stapeln, würden die, die keinen Bock mehr auf Schutzmaßnahmen haben und sie bereits missachten, die ersten sein, die diesen Schritt kritisieren, laut schreien und der Regierung die Schuld geben würden. Pech für den, der gerade regiert.

Die Politik ist eigentlich so richtig am Arsch. Den Menschen die Hände gebunden. Hoffen wir, dass alles gut wird. Halten wir durch und streichen wir das Jahr 2020 aus unserem Lebenslauf. Nehmen wir trotzdem noch ein paar Monate Rücksicht aufeinander und freuen uns auf das Ende dieser Epoche.

 

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